Rom: Architektur zwischen Antike und Barock
Die fünfzehn Architekturplakate führen durch nahezu zwei Jahrtausende römischer Baugeschichte. Rekonstruktionen, Fassadenstudien und historische Stadtansichten zeigen, wie antike Monumente, päpstliche Baupolitik und barocke Inszenierungen das Bild Roms bis heute bestimmen.
AP 319, AP 353, AP 357 und AP 307 · Monumente des antiken Rom
Das Pantheon erhielt seine heutige Gestalt unter Kaiser Hadrian zwischen 118 und 125 n. Chr. Hinter dem klassischen Säulenportikus liegt ein kreisrunder Innenraum, dessen Höhe dem Durchmesser der 43,3 Meter weiten Betonkuppel entspricht; Licht fällt durch den offenen Oculus ein (AP 319 und AP 013). Der Konstantinsbogen wurde 315 zur Erinnerung an Konstantins Sieg über Maxentius geweiht. Seine Reliefausstattung verwendet zahlreiche Bauteile älterer Kaiserdenkmäler und verbindet sie zu einem neuen politischen Bildprogramm (AP 353). AP 357 entfaltet die mehrgeschossige Bogenfassade des unter Titus 80 n. Chr. eröffneten Kolosseums. AP 307 rekonstruiert das 2 v. Chr. eingeweihte Augustusforum mit dem Tempel des Mars Ultor.
AP 208 · Giovanni Battista Piranesis Campo Marzio
Piranesis 1762 veröffentlichtes Campo Marzio dell’Antica Roma gehört zu den faszinierendsten Auseinandersetzungen mit der antiken Stadt. Der dicht gefüllte Plan verknüpft erhaltene Spuren, antiquarisches Wissen und kühne Rekonstruktionen. Tempel, Theater, Portiken und monumentale Anlagen überlagern einander zu einer imaginären Metropole, die nicht nur dokumentiert, sondern die schöpferische Kraft römischer Architektur vor Augen führt.
AP 538 und AP 417 · Piazza Navona
Die langgestreckte Form der Piazza Navona folgt noch immer der Arena des um 86 n. Chr. errichteten Domitianstadions. Im 17. Jahrhundert verwandelte die Familie Pamphilj den Platz in einen der bedeutendsten barocken Stadträume Roms. Im Zentrum steht Gian Lorenzo Berninis 1651 eingeweihte Fontana dei Quattro Fiumi; gegenüber erhebt sich Sant’Agnese in Agone. AP 538 stellt die Fassaden beider Platzseiten als präzise Abwicklung gegenüber. AP 417 zeigt die Piazza in einer historischen Ansicht um 1680 und macht ihre räumliche Wirkung als Bühne des städtischen Lebens sichtbar.
AP 540 und AP 131 · Petersdom
Der Neubau von Sankt Peter begann 1506 unter Papst Julius II. und wurde 1626 geweiht. An dem Jahrhundertprojekt arbeiteten unter anderem Bramante, Raffael, Michelangelo und Carlo Maderno. Michelangelo entwarf die Kuppel, die Giacomo della Porta und Domenico Fontana 1588 bis 1590 vollendeten; Maderno schloss den Bau mit der 1608 bis 1612 errichteten Fassade ab. AP 540 zeigt die farbig ausgearbeitete Gesamtfront mit Kuppel und den anschließenden Kolonnaden des Petersplatzes, AP 131 konzentriert sich in einer reduzierten Zeichnung auf die architektonische Gliederung der Basilika.
AP 355, AP 354 und AP 356 · Barocke Stadträume und Villenkultur
Die Fontana di Trevi wurde ab 1732 nach dem Wettbewerbsentwurf Nicola Salvis an die Rückseite des Palazzo Poli gebaut. Architektur, Fels und Wasser verschmelzen hier zu einer monumentalen Szenerie (AP 355 und AP 014). An der Piazza di Spagna verbindet die von Francesco De Sanctis zwischen 1723 und 1726 errichtete Freitreppe den Platz mit Trinità dei Monti; ihre geteilten und wieder zusammenlaufenden Läufe formen selbst einen öffentlichen Aufenthaltsraum (AP 354). Die Villa Borghese entstand ab 1607 für Kardinal Scipione Borghese. Flaminio Ponzio begann den Bau, Giovanni Vasanzio vollendete ihn als lichte Vorstadtvilla für die berühmte Kunstsammlung des Kardinals (AP 356 und AP 022).
AP 713, AP 104 und AP 105 · Wandel und Vergleich
Castel Sant’Angelo wurde im 2. Jahrhundert als Mausoleum Kaiser Hadrians errichtet und später in die Stadtbefestigung einbezogen. Aus dem antiken Grabmal wurden Festung, päpstliche Residenz und Gefängnis; AP 713 zeigt diese geschichtliche Schichtung in der markanten zylindrischen Silhouette. Die Tafeln AP 104 und AP 105 erweitern den Blick vom Einzelbau zur Typologie: Fassaden römischer Paläste und Kirchen aus Renaissance und Barock, jeweils aus dem Zeitraum 1450 bis 1750, lassen sich unmittelbar nach Proportion, Geschossordnung, Kuppel und Portal vergleichen.